Goldmedaille geht auch in diesem Jahr ins Saarland

Und wir haben es nochmal geschafft und das Bundesfinale des Horse & Dogtrails auch in diesem Jahr für uns entschieden.

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10 Tage Kreuth, mein Gott was habe ich mich gefreut obwohl die Wochen davor sehr heftig waren.

Die Anspannung war so groß das ich zwischendurch schon mal alles absagen wollte.

„Ihr macht das schon“ oder „Ihr rockt das Ding“ waren Sätze die ich immer wieder zu hören bekommen habe.

Letztes Jahr war es schon ähnlich und da hatte ich es ja auch geschafft und das Bundesfinale gewonnen. Alle waren also der Meinung dass es auch in diesem Jahr klappt, aber was ist wenn nicht!?

Am Freitag den 14. September um 9.00 war Abfahrt und so machten wir uns mit 3 Fahrzeugen mit Hänger auf den Weg nach Kreuth. Nach 6 Stunden Fahrt kamen wir mittags auf Gut Matheshof an, unsere Pferde durften ihre großzügigen Boxen beziehen und sich erst einmal von der langen Reise erholen.

Dieter und ich suchten uns einen schönen Stellplatz für unser Wohnmobil, bauten das Vorzelt auf und richteten uns häuslich ein. Noch am selben Abend hatte ich mein erstes Paid warm up in der Ostbayernhalle. 5 Minuten hatte ich die große Halle ganz für mich alleine, ein Gefühl das unbeschreiblich ist und einem den Atem raubt. Eine Veranstaltung in der Größenordnung und unter solch tollen Bedingungen hat man nicht alle Tage. Nosy und ich hatten uns ganz schön was vorgenommen, nach dem feststand das das Bundesfinale des Horse & Dogtrail in diesem Jahr wieder in Kreuth stattfand haben wir beide die ganze Saison über auf A/Q Turnieren an den Qualiprüfungen teilgenommen uns letztendlich im Horse & Dogtrail der Superhorse, Westernriding und im Seniortrail für die DM qualifiziert und diese Disziplinen auch gemeldet. Außerdem wurde ich in den saarländischen Mannschaftskader berufen um das Team im Trail zu unterstützen.

Als die Meldebestätigung kam wurde mir ganz schlecht, über 100 Starter im Trail und über 60 in der Superhorse und der Westernriding, „Oh Gott was habe ich mir da nur angetan“, war mein erster Gedanke.

Egal wir waren angekommen und ich wollte mich der Herausforderungen stellen.

Am ersten Wochenende waren schon meine ersten Vorläufe, morgens die Superhorse und abends das für mich wichtigste der Horse& Dogtrail. 19 Trios hatten hierzu gemeldet von denen nur 10 ins Finale ziehen durften. Die Prüfung wurde traurigerweise nur in der kleineren Veranstaltungshalle geritten aber das Finale sollte auf jeden Fall in der Ostbayernhalle stattfinden. Und das hatte ich geschafft, mit dem 2. Platz im Vorlauf zog ich ins Finale das laut Zeitplan Donnerstags angesetzt war. Das schlimmste war geschafft jetzt hieß es erst mal durchatmen. Das Wetter war die ganze Woche über so toll so das wir unseren ersten Prüfungsfreien Tag den Montag nutzten um gemeinsam mit Nadja, Sophie und Toni eine Runde durch den Oberpfälzer Wald zu drehen.

Dienstag und Mittwoch standen noch die beiden Vorläufe im Trail und der Westernriding an.

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Bei den großen und vor allem starken Starterfeldern ist und bleibt ein Einzug ins Finale der Traum eines jeden Teilnehmer auf der Go. Geträumt habe ich auch davon das gebe ich zu aber auch nie damit gerechnet außer im Horse & Dogtrail natürlich. „Dabei sein ist alles“ war meine Devise und ich war aber super zufrieden mit unseren Leistungen und stolz bei den Ergebnislisten im Mittelfeld dabei zustehen.

Donnerstag, Finale Horse & Dogtrail, ich muß zugeben ich kann mich nicht wirklich an die Stunden vorher erinnern. Ich hatte in mulmiges Gefühl im Bauch um nicht zu sagen mir war zum Kotzen schlecht je näher die Zeit rückte. Würde ich es schaffen auch in diesem Jahr vorne dabei zu sein? 

Die Rechnung wird bekanntlich immer zu Schluss gemacht!

Wie auch in den letzten beiden Jahren hat beim Abreiten schon nichts funktioniert was die Situation ja nicht unbedingt einfacher machte. Aber ich hatte auch dieses mal die besten Menschen der Welt dabei die mich natürlich in dieser Situation unterstützten und versuchten mich positiv zu motivieren.

Kurz vor 18.00 Uhr wurde dann das Finale angesagt die Startreihenfolge stand schon am Tag zuvor fest wir zogen als fünftes Team in die Ostbayernhalle ein. Ich war natürlich angespannt was sich auch auf Nosy übertrug was man aber von außen nicht sah. Smarty hingegen war so cool und konnte es kaum erwarten das es endlich losging.

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Dann kam die Lautsprecherdurchsage, „ Sie sehen nun in der Bahn, die Startnummer 7 Carmen Forster........“ , nun gab es kein Zurück mehr. Ich atmete tief ein, grüßte die Richter diese nickten ab und los ging es.

Ich leinte Smarty ab und legte die Leine auf die dafür vorgesehene Tonne, gemeinsam machten wir uns auf den Weg zum ersten Hindernis dem Tor das ich zuerst durchreiten musste und der Hund wurde nachgerufen. Weiter ging es dann im Trab Slalom zu unserer ersten Herausforderung der berüchtigten Würstchengasse, der Smarty fast nicht wiederstehen konnte beim durchlaufen der Gasse hatte er schon etwas mit den Würstchen geliebäugelt hat sich dann aber doch entschieden ohne Häppchen mit uns weiter zu laufen. Der Jog over über den Fächer, bei Fuß über den Sprung und den Lop over meisterten wir mit Leichtigkeit. Smarty wartete geduldig in der Box während Nosy und ich einen perfekten Sidpass und das Back up im Stangen L machten und zu dem vorgeschriebenen Punkt gingen um den Hund ins Fuß zu rufen. Der kam freudig und schwanzwedelnd gelaufen und weiter ging es im Galopp dann Trab mit Übergang zum Schritt in Richtung Tisch. Dort musste er nochmal warten bis wir unser Jog over übers Viereck absolviert hatten. Und dann kam die zweite Herausforderung dieser Finalpattern. Smarty musste wie in der Pattern genau beschrieben vom Tisch über einen ca. 120cm breiten etwa 50cm hohen Sprung geradeaus durch das Viereck nachkommen. Ich stand hinter dem Viereck atmete nochmal tief durch bevor ich das Kommando gab. Die Chancen waren 50 zu 50 ob er den vorgeschriebenen Weg auch nehmen würde. Die Zuschauer auf der Tribüne hielten den Atem an und waren mucksmäuschenstill und warteten auf mein Kommando. Auf ein kurzes „Hier“ machte sich Smarty auf dem direkten Weg zu uns, mit einem „Hopp“ über den Sprung und nochmals mit einem Hopp über das Viereck zu uns. Die Menge applaudierte denn als erstes Team hatten wir dieses Hindernis zu 100 % absolviert. Mir fiel ein Stein vorm Herzen und ich war überglücklich wie toll mein Hund das gemacht hat. Alles andere was jetzt noch kam waren Kleinigkeiten die wir mit links machten. Wir hatten es geschafft und den Parcours mit Leichtigkeit gemeistert. Ich war überglücklich und die restlichen Prüfungen liefen wie ein Film an mir vorbei. Dann kam die Siegerehrung zu der alle Finalisten eingeritten sind. Ich war sehr zufrieden mit unserer Leistung und hatte ein gutes Gefühl auf jeden vorne dabei zu sein. Ein Trio nach dem anderen wurde nach vorne gerufen und wir waren noch nicht dabei., unsere Chance auf eine der Medaillenränge stieg immer weiter. Und dann stand es fest nach dem das dritt platzierte Team mit einem Score von 484,0 Punkten auf dem roten Teppich stand blieben nur noch zwei Teams übrig. Platz 2 ging an Daniela Wollschläger mit einem Score von 497,5 somit stand fest das auch wir in diesem Jahr das Bundesfinale für uns entscheiden konnten.

Wir siegten mit deutlichem Abstand mit einem Score von 521,5 Punkten und nahmen die Goldmedaille in Empfang und jede Menge Sponsoring. Ich konnte es kaum glauben das dritte Jahr in Folge sind wir nun in Deutschland ungeschlagen.

Natürlich haben wir an diesem Abend noch ausführlich gefeiert.

Freitag hatte Nosy frei und wir genossen nochmal einen wundervollen gemeinsamen Ritt durch die Oberpfälzer Landschaft und zum Nachtisch gab es noch Luzerne grasen satt.

Samstag stand dann noch der Mannschaftswettbewerb auf dem Plan. Nosy und ich starteten als erstes saarländisches Team der Erwachsenen gleich morgens. Mit dem 6. Platz und 10 Punkten legten ich einen tollen Start für das Saarland vor. Mit 45 Punkten landete das Saarland letztendlich auf einem Stolzen 4 Platz.

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Nun war sie vorbei die German Open 2012 und somit gehen 10 Tage Kreuth dem Ende zu.

Überglücklich packten wir unsere Sachen und machten uns Sonntags zufrieden auf den Heimweg.